Introduction – Paraflows Symposium “MIND AND MATTER” – Technology
Mit den Begriffen Geist und Materie scheint ein Begriffspaar unablöslicher, feststehender Konzepte bezeichnet zu sein. Die zunehmenden Herausforderungen und Reflexionsweisen des digitalen Lebens und Kulturschaffens haben zu einer produktiven Befragung besagter Dichotomie beigetragen. Die Netzkultur hat die Bedingtheit der beiden, nur an ihrer Oberfläche widersprüchlichen Systeme verdeutlicht und in neue technologische Realitäten überführt. Das Symposium will mittels eines interdisziplinären Ansatzes dem verschränkten Miteinander kultureller, künstlerischer und technischer Praxen nachspüren, Entwicklungen nachzeichnen, Forschungsstände praxis- und beispielnah verdeutlichen und Ausblicke in potentielle weitere Entwicklungen ermöglichen. Der in diese Verhandlung eingeschriebene Transformationsprozess der wissenschaftlichen Disziplinen und die Ablöse unterschiedlichster metawissenschaftlicher Ansprüche wird dabei ebenso greifbar werden, wie die Evolution von Begrifflichkeiten oder die digitale Durchdringung des menschlichen Körpers. Das Symposium zielt in seiner sinnhaften Dreiteiligkeit auf das Nachzeichnen, Vermitteln und Verdeutlichen eines gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsels, der sich immer noch (weiter) vollzieht.
Freitag, 10. September: Technology
Das erste Panel wird auf technische Entwicklungen und technologische Implikationen eingehen, Grundlagen unterschiedlichster Disziplinen umreißen und Verschiebungen innerhalb kultureller, technischer oder auch politischer Forschungs- und Produktionsweisen skizzieren.
Samstag, 11. September: Archives
Das zweite Panel wird die Aufgabe der mannigfaltigen Archive und ihrer Stellung gegenüber der Öffentlichkeit behandeln, der sie ja mindestens ebenso sehr wie den bewahrten Materialien selbst, verpflichtet sein sollte. Kulturwissenschaftliche Fragestellungen können sich hier mittels thematischer Schwerpunkte des Speichers, der Spur oder auch der Latenz mit anwendungsorientierten sinnvoll verbinden.
Sonntag, 12. September: Networks
Das dritte und abschließende Panel wird um die Leitmetapher des „Netzwerks“ kreisen und über die Verhandlung der Begriffe „Komplexität“ und „Emergenz“ auf die vorhergehenden Symposiumstage konstruktiv reagieren können. Netz und Netzwerke sollen dabei aber keineswegs ausschließlich computerwissenschaftlich sondern auch sozialbiologisch oder neurowissenschaftlich interpretiert und gedacht werden.
Sprecher: Thomas Ballhausen, Günther Friesinger, Johannes Grenzfurthner
Thomas Ballhausen ist ein österreichischer Schriftsteller sowie Literatur- und Filmwissenschaftler. Ballhausen verfasst Prosatexte und Essays und ist auch als Herausgeber und Übersetzer tätig. Er unterrichtet am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft und am Institut für Theaterwissenschaft in Wien und leitet die Bibliothek des Filmarchiv Austria . Für das Kulturmagazin skug fungiert Ballhausen als Leiter der Literaturabteilung und er war Mitbegründer der AutorInnenvereinigung die flut.
Johannes Grenzfurthner ist Künstler, Schriftsteller, Kurator und Regisseur. Er ist Gründer der international agierenden Kunst- und Theoriegruppe monochrom. Er lehrt Kunsttheorie und Kunstpraxis am Johanneum in Graz, Österreich. Er ist Leiter des „Arse Elektronika“ Festivals in San Francisco, Veranstalter von „Roboexotica“ (Festival für Cocktail-Robotics in Wien und San Francisco) und Ko-Kurator des paraflows Symposiums in Wien.
paraflows .10 – Festival für digitale Kunst und Kulturen, Wien
Gerald Schittenhelm
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