Vortrag Friedrich Kittler: Ariadnes Faden
Die Galionsfigur der deutschsprachigen, technikzentrierten Medientheorie Friedrich Kittler, Autor von u.a. Aufschreibesysteme 1800/1900, Grammophon Film Typewriter und Draculas Vermächtnis (“Es gibt keine Software”) gibt sich wieder einmal die Ehre in Wien. Auch wenn der angekündigte Vortrag, “Ariadnes Faden”, vor allem dem Tanz und der Choreographie gewidmet sein wird, ist der Besuch für den oder die an digitaler Medientheorie Interessierte/n sicher ein Gewinn: Analogien zwischen Navigation und dem Weisen und Folgen des roten Fadens würden nicht zum ersten Mal gezogen. Im Zweifelsfall bleibt zumindest das Erlebnis Kittler. Eintritt frei. (jh)
Beschreibungstext der Veranstalter (Tanzquartier Wien):
Ohne Ariadne hätte Theseus nie den Weg aus Kretas Labyrinth gefunden. Der Faden, den sie, die Tanzende und Liebende, ihm gab, markierte so auch eine Choreografie. Wie wir alle wissen, können nur Liebende und Dichter von der Liebe reden. Wir anderen müssen daher einen Faden finden, bevor auch wir das Wort ergreifen dürfen. Zum Glück gibt Liebe selbst uns einen solchen Faden an die Hand. Liebe rettet, heißt das, auch in Lagen, die Helden von allein niemals beständen. Eine dieser großen Lagen nennen wir Geschichte.
Gerald Schittenhelm
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