Kalender-Icon Grenzkontrolle Internet – Eine Diskussion über Sperren und Zensur im World Wide Web.

Ort: Große Aula der Universität Salzburg, Max-Reinhardt-Platz, 5020 Salzburg
Donnerstag, 24. Februar 2011 - 19:00 bis 21:00

Die Meinungsfreiheit ist eine der wichtigsten Grundrechte der Menschen. Ein Recht, das in verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgelegt wird: In den USA ist es beispielsweise möglich, rechtsradikale Themen im Internet aufzubereiten. Bei uns fallen diese unter das Verbotsgesetz – Grenzkontrollen gibt es nicht.

Die EU-Kommission hat Internetsperren für Kinderpornografie vorgeschlagen und überlegt Blockaden gegen andere Inhalte. Eine klare Grenze, die schnell verwischt: Gegen Kinderpornografie wird sich jeder aussprechen – aber was ist mit den anderen Inhalten? Spätestens WikiLeaks ist ein Thema, das Menschen und Länder spaltet. Ein weiterer Punkt sind wirtschaftliche Interessen, wie die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen.

Welche Konsequenzen haben Sperren im Internet? Soll letztendlich jedem Land die Hoheit überlassen werden, das Internet nach eigenen Ideologien zu gestalten? Sind Internetsperren angemessene Lösungen? Und welche Rolle übernehmen die Internet-Provider?

Diese und viele andere Fragen werden im UBIT-Zukunftsforum diskutiert.

Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis 18. Februar an. Die Teilnahme ist kostenlos. Ihre Anmeldung wird mit einem Einlassticket bestätigt. Bitte nehmen Sie dieses zur Veranstaltung mit. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion lädt die Fachgruppe UBIT zum Buffet.

Am Podium:
Dr. Werner Müller
Geschäftsführer Fachverband der Film- und Musikindustrie

„Illegale Angebote im Internet verletzen systematisch Konsumentenrechte, E-Commerce-Gesetze, Urheberrechtliche Nutzungsrechte, Steuer- und Jugendschutzgesetze. Zugangssperren zu gewerbsmäßigen Seiten mit eindeutig illegalen Inhalten greifen nicht in die Privatsphäre der Anwender ein, sondern sind ein geeignetes und maßvolles regulatives Mittel, diese Rechtsverletzungen zu verhindern und die Entwicklung legaler Medienangebote im Web zu fördern.“
Dr. Andreas Wildberger
Generalsekretär ISPA – Internet Service Providers Austria
„Zugangssperren sind unwirksam: Sie verhindern Missbrauch nicht, tragen nichts zur Aufklärung bei und können einfach umgangen werden. Durch Sperren werden dahinterliegende Probleme nicht gelöst, sondern nur verdeckt. Außerdem: Ist eine Sperrinfrastruktur erst einmal aufgebaut, kann sie sehr leicht auf andere „unliebsame“ Bereiche ausgeweitet werden. Beispiele dafür gibt es.“
Dr. Rubina Möhring
Geschäftsführende Präsidentin Reporter ohne Grenzen

„Das Internet ist längst zu einem unabkömmlichen Bestandteil unserer vernetzten Weltgesellschaft geworden. Es ist aber auch das machtvollste Instrument für den freien Austausch von Informationen und Ideen in der Geschichte der Menschheit. Reporter ohne Grenzen verteidigt das Recht auf freie Meinungsäußerung nach Artikel 19 der Menschenrechte. Dazu gehört auch die Bekämpfung von Internetzensur.“
Harald Gremel
Bundeskriminalamt
Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Kinderpornografie

„Eine gesetzliche Verpflichtung der Provider zur Sperre von Webseiten, die Bilder und Videos von sexuellem Missbrauch Minderjähriger verbreiten, ist kein Allheilmittel, aber ein wirksames Instrument zur Verhinderung der kommerziellen Verbreitung von kinderpornografischem Material im Internet.”
Moderation: Holger Bleich
Fachzeitschrift c’t, magazin für computer technik

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Gerald Schittenhelm

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