Kalender-Icon OCG Impulse 2011 Innsbruck

Ort: Congresspark Igls, Eugenpromenade 2, 6080 Igls, Austria
Mittwoch, 5. Oktober 2011 - 16:30 bis 21:00

Die OCG Impulse sind Informationsveranstaltungen für alle, die an Aus- und Weiterbildung interessiert sind. Zwei Vorträge informieren kompakt über praxisrelevante Themen. Die Vortragenden sind ausgesuchte Fachleute auf ihren Gebieten. Die Teilnahme ist für OCG Partner kostenlos.

Die Vorträge

Online-Gemeinschaften initiieren, pflegen und nutzen

Online-Gemeinschaften entstehen oft zufällig, werden aber auch gezielt initiiert und aufgebaut: Fernuniversitäten unterstützen die Bildung von Lerngemeinschaften im Internet, Sprachenlernende tauschen sich in ihrer Freizeit mit anderen im Web aus, Bildungseinrichtungen erreichen und binden Teilnehmer/innen und Kund/innen durch Social-Media-Aktivitäten. Die Motive für die Teilnahme an und Initiierung von Online-Gemeinschaften sind auch im Bildungssektor vielfältig.

Der Vortragstitel erweckt ein wenig den Eindruck eines Kochrezepts nach dem Muster „nehmen Sie ein wenig hiervon, mischen Sie eine Prise davon darunter und lassen Sie das Ganze eine Stunde lang garen“. Man könnte also annehmen, für den Aufbau und die Pflege von Online-Gemeinschaften ließen sich feste Regeln aufstellen, bei deren Befolgung nach einiger Zeit gleichsam automatisch eine funktionierende Community entsteht. Dies ist nicht der Fall, dennoch gibt es grundlegende Prinzipien, denen man folgen und Prozesse, die man berücksichtigen sollte.

Ziel des Vortrags ist es unterschiedliche Gründe und Erfahrungen zum Community-Aufbau im Bildungssektor zu beschreiben. Dabei wird auch das allgemeine Prinzip „wachsen lassen“ betrachtet und die unterschiedlichen Phasen wie Ziel- und Zweckbestimmung, Bedürfnisse der Zielgruppe eruieren, Kommunikation, Kollaboration und Gemeinschaft fördern sowie Evaluation und Erfolgsmessung von Online-Gemeinschaften beleuchtet. Viele erfolgreiche Beispiele werden dabei vorgestellt. Dieser Vortrag richtet sich an Aktive und Verantwortliche im Weiterbildungsbereich.

Vortragende:

Dr. Sandra SchaffertDr. Sandra Schön
Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.

Dr. Sandra Schön (aka Schaffert) ist promovierte Erziehungswissenschafterin, die seit mehreren Jahren zu Bildungsinnovationen im Web und Online-Gemeinschaften forscht. Neben ihrer Tätigkeit bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft (seit 2006) arbeitet sie auch als nebenberufliche Dozentin an der FH Hagenberg und als freie Trainerin. Viele ihrer Veröffentlichungen sind frei im Web zugänglich (via http://sandra-schoen.de)

Mag. Diana Wieden-BischofMag. Diana Wieden-Bischof
Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.

Mag. Diana Wieden-Bischof arbeitet seit 2004 bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft an unterschiedlichen Forschungsarbeiten und Projekten die sich aus sozialwissenschaftlicher Perspektive mit der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigen.

Qualität in der Erwachsenenbildung

Die Qualität in der Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung wird von vielfältigen Perspektiven geleitet. Dabei werden auf verschiedenen Handlungsebenen Aktivitäten zur Sicherung und Entwicklung von Qualität gesetzt. Die Qualität der Weiterbildung wird somit von unterschiedlichen Perspektiven und Interessen geprägt und bezieht unterschiedliche AkteurInnen mit ein. Die wichtigsten AkteurInnen sind KundInnen (i.e. TeilnehmerInnen), die TrainerInnen bzw. ErwachsenenbildnerInnen, die Organisation (Leitung, Management) und die Öffentlichkeit (Politik, Staat) aber auch Auftraggeber die nicht mit den TeilnehmerInnen gleichzusetzen sind (z.B. AMS, Unternehmen der Privatwirtschaft).

Die vielfältige Weiterbildungslandschaft ist aus Sicht der KonsumentInnen oft intransparent und unübersichtlich. Ein aktuelles Thema im Qualitätskontext bezieht sich daher auf die Zertifizierung als Qualitätsmerkmal von Weiterbildungsorganisationen. Ein bekanntes Qualitätsmanagementmodell für Organisationen ist z.B. die ISO Norm die ausgehend vom betriebswirtschaftlichen Kontext auf den Bereich der Erwachsenenbildung modifiziert wurde und auf organisatorische Prozesse fokussiert. Andere Modelle und Systeme wurden speziell für den Bildungs- und Beratungsbereich entwickelt (z.B. LQW), und referenzieren stärker auf die Perspektive der Lernenden und die Besonderheiten des Lernprozesses. Zertifikate, Gütesiegel etc. werden mittlerweile von Förderern gefordert und von Bildungsträgern zu Marketingzwecken eingesetzt. Gleichzeitig gibt es aber eine solche Vielfalt an Zertifikaten am Markt, dass auch diese Entwicklung beinahe unüberschaubar geworden ist. Die Einführung des gerade entstehenden Qualitätsrahmens der Erwachsenenbildung in Österreich (ÖCERT) könnte hier mehr Klarheit schaffen.

Professionelles Handeln ist ein weiterer Schwerpunkt des Qualitätsdiskurses in der Erwachsenenbildung und setzt auf der Ebene der Interaktion im Lehr-Lern-Prozess an. Für die Qualitätssicherung im Bereich der Lehr-Lern-Situation steht daher die Kompetenzentwicklung der Lehrenden im Vordergrund.

Eine wesentliche Perspektive im Qualitätsdiskurs nehmen darüber hinaus die KundInnen bzw. TeilnehmerInnen an unterschiedlichen Maßnahmen und Angeboten der Weiterbildung ein. Das Produkt von Bildung, also der Wissens- bzw. Kompetenzzuwachs des/der KundIn wird von ihm/ihr selbst hergestellt, somit ist Bildung mit kaum einer anderen Dienstleistung zu vergleichen (mit Ausnahme von Sozialarbeit und Beratungstätigkeiten). Der Erfolg eines Kurses ist daher auch in einem hohen Maße von der Motivation und Aktivität des/der Lernenden abhängig, denn Lernen ist nicht nur Lust, sondern auch Last. Wie die Qualität eines Angebots aus KundInnensicht beurteilt wird, hängt daher, neben objektiven Kriterien, auch von ihren persönlichen Erwartungen und von der Nutzentransparenz der Angebote ab.

Vortragende:

Mag. Andrea PoschalkoMag. Andrea Poschalko, MA
abif – analyse beratung und interdisziplinäre forschung, Wien

Andrea Poschalko studierte Psychologie an der Universität Wien. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sozialforschungsinstitut abif (analyse beratung und interdisziplinäre Forschung). Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Entwicklungen am Arbeitsmarkt und Bildungssektor, Evaluationen im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich, BerufsberaterInnen-kompetenzen im internationalen Vergleich sowie Qualität in der Weiterbildung.

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