Vom Mythos Internet und dem Ende der klassischen Medien
Wie die Ökonomie der Aufmerksamkeit uns überrollt und die Medien der Demokratie in Frage stellt.
4 Denker nehmen Stellung zum Thema in 4 Thesen
- Rop Gonggrijp – Hacker, Blogger & Internetaktivist:
Der Kampf hat begonnen: Klassische Medien gegen Internet. Auf dem Spiel stehen die Zukunft der Ideen, Verlagswesen, Journalismus und Demokratie. - Franz Manola (ORF) – Gründer von ORF.at und dessen Geschäftsführer 97-07:
Mythos Internet – Warum es eine Renaissance der klassischen Medien geben wird und das Internet einer Desillusion unterliegt. - Prof. Dr. Georg Franck – Autor des Buches ‚Die Ökonomie der Aufmerksamkeit’:
Warum die Aufmerksamkeitsökonomie die Sucht nach Skandalen fördert und die Qualität aller Medien zwangsweise ruiniert. - Joachim Riedl – Redakteur und Leiter des Wiener Büro DIE ZEIT:
Die neuen Medien sind die alten. Neu daran ist nur, dass sie immer stärker die Gesellschaft spalten. Dieser Entwicklung kann die Politik nur mehr hinterherlaufen.
Moderatorin und Veranstalterin:
Prof. Dr. Sarah Spiekermann – Institut für BWL und Wirtschaftsinformatik
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Die Medien waren einst die Quelle öffentlicher Information schlechthin. Das ‚Aufdecken’ von Neuem und Geheimen, die Mitteilung des politisch Brisanten, ja die Mobilisierung der Massen, das Formen kritischer Meinungen, Entwicklung des öffentlichen Bewusstseins, unabhängige Objektivität in der Berichterstattung – all das waren einmal die klassischen Medien.
Nun aber stirbt dieses alte Ideal? Wirklich? Das Internet, die Aufmerksamkeitsökonomie und die Käuflichkeit der ehemals so unbestechlichen klassischen Bollwerke westlicher Demokratie sehen einem scheinbar unabwendbaren Abstieg entgegen. Tun sie das? Sind es wirklich nur noch die ‚Wikileaks’ dieser Welt, die für Aufklärung sorgen, die ‚Blogger’ und ihre ‚Follower’, die die Meinung prägen, die sozialen Netzwerke und ‚Tweets’, die die Massen mobilisieren? Sie, die Internetaktivisten, sind scheinbar unbestechlich und oft unkontrollierbar und ganz langsam, schleichend, beginnen sie die Meinung der Massen zu beeinflussen, wo die Überbleibsel der klassischen Journalisten ihnen folgen und wo die DPA-Nachrichten versagen. Sie sind es, die eine neue Revolution einläuten? Aber warum diese Entwicklung? Und stimmt sie wirklich? Welche Dynamik ist es, die hier am Werk ist? Und wie viel Spuk besteht um die wahre Bedeutung des Internet? Ist das Internet wirklich noch frei? Oder unterliegt es ebenso wie die klassischen Medien einer Ökonomie der Aufmerksamkeitsökonomie, die nur noch dem platten Skandal und der nächsten Sensation hinterher läuft?
Anmeldung per E-Mail bitte an: jacqueline.kobald@wu.ac.at
Veranstaltungswebseite: http://www.wu.ac.at/ec/events/it_talk_2
Gerald Schittenhelm
Termineinschreibungen (unverbindliche Zu- und Absage via Twitter - Nähere Infos)
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